Unsere Tiere von Namibia

© Creative Graphics - M.Roll

Bimmi


Ihn brachte meine Mutter in die Ehe. Er war schon da, als ich zur Welt kam. Leider verschwand er im Alter im Busch und kam nie wieder.


Bimmi



Dicker


Der Dicke ist uns zugelaufen. Als ich gerade zwei Jahre alt war und meine Mutter Bimmi abends fütterte, sah sie am Kühler auf unserer Farm den Schatten einer fliehenden Katze. Sie stellte dem Tier immer Futter hin. Langsam wurde er zutraulicher, ließ sich streicheln, was allerdings nur eine Katastrophe war, denn er war langhaarig und sein ganzes Fell war voller Klettgras, was meine Mutter ihm in stundenlanger Kleinarbeit aus dem Fell pulte. Er zog bei uns ein und wir beide wurden ein Herz und eine Seele. Er war MEIN Kater. Bei einem Telefonat mit einer Nachbarin zwei Farmen weiter, kam das Thema auch auf den Dicken und sie meinte, es müsse sich um ihre Katze handeln, die sie aus der Stadt geholt hätten und der weggelaufen sei, da alle Hunde auf dem Hof katzenscharf waren. Wir berechneten, dass der Dicke über 3 Monate im Busch überlebt hatte, bis er zu uns kam. Er wurde sehr, sehr alt und starb in den Armen meiner Mutter.


Dicker



Miu


Mein Vater rettete Miu das Leben. Jede Woche, wenn er im Ort Omaruru war, um die Einkäufe für die Farm zu erledigen, traf man sich abends im Central Hotel, um mit Farmersfreunden einen Sundowner zu trinken. Dort rannte Miu als kleine Katze immer in der Bar herum. Der Besitzer meinte eines abends: „Wenn du noch ein mal hier auftauchst, dann ersäufe ich dich.“ Mein Vater nahm den armen kleinen Kerl mit.


Miu
Miu



Piezie


Als der Dicke starb, fühlte Miu sich sehr allein. Eines Tages brachte er Piezie an. Ich war begeistert. Auch er war wieder eine Halblanghaarkatze. Natürlich glaubten wir auch, dass er eine Katze sei und warteten immer auf die Jungen, bis auch ich ihm Kletten aus dem Fell pulte und feststellte, dass DIES keine Klette war. Auch er war für mich ein außergewöhnlicher Begleiter und Freund und wird es immer bleiben ....


Piezie
Piezie

Piezie



Ajax


Ajax war ein Deutsch Kurzhaar, den mein Vater von seinem besten Freund bekam, der ihn nicht mitnehmen konnte, als er nach Kanada auswanderte. Mit Ajax bin ich aufgewachsen. Ich liebte ihn sehr. Eine Anekdote, die meine Mutter immer erzählte, war, dass ich mit 2 irgendwann nirgends zu finden war und dabei auch noch ganz still. Sie suchte mich, fand mich hinter der Küche zufrieden an einem alten, von Ajax abgekauten Knochen lutschend. Zunächst war sie sehr erschreckt, aber geschadet hat es mir nicht. Als wir dann nach Deutschland zu den Großeltern fuhren, war ich sehr traurig, denn es gab in dem Haushalt gar keine Tiere. Eines Tages war im Wiesbadener Kurpark ein Spaziergang angesagt. Uns kam ein Spaziergänger mit einem Neufundländer entgegen. Ich riss mich los und rannte mit ausgestreckten Armen auf den Hund zu und schrie nur:“Aija, Aija!“, schmiss mich an den Hund und war ganz glücklich. Hundebesitzer, Großeltern und Kindermädchen erstarrten – dem Hund und mir ging es bestens. – Ajax wurde sehr alt.


Ajax



Barry (genannt Bengel)


Er war ein Boxer und der Sohn des „großen“ Barry, der meiner Omi gehörte. Als mein Großvater starb, musste sie sich von Barry trennen und brachte ihn nach Namibia auf die Farm. Er vertrug sich gar nicht mit Ajax und so trennten sich meine Eltern schweren Herzens von ihm und gaben ihm einem ganz besonders lieben Nachbarn und Freund. Bengel war eine Seele von einem Tier. Wir Kinder schliefen immer auf seinem Bauch. Als er zu uns kam, schenkte ich ihm schweren Herzens eine meiner Steiftierkatzen. Eigentlich waren wir der Ansicht, dass er sie schnell zerfetzen würde. Irrtum: Er liebte sie über alles. Als er starb, lag die Katze noch immer in seiner Hundehütte, hatte nur keine „Haare“ mehr, die er ihr im Laufe der Zeit aus Liebe alle abgeleckt hatte.



Pummi


Sie war eine Foxterrierhündin, die nur meiner Mutter gehörte. Nie wollten meine Eltern einen Terrier. Irgendwann kam der beste Freund meines Vaters auf die Farm und drückte meiner Mutter die kleine zitternde Hündin in die Arme. Die hatte er vom Reitplatz in Omaruru gerettet, wo sie nur getreten wurde. Sie war ein treues Tier. Außer meiner Mutter durfte nur ich noch an sie heran, um sie z. B. von Zecken zu befreien. Sie folgte meiner Mutter auf Schritt und Tritt, lag immer unter ihrem Stuhl. Und wehe einer von uns kam mit dem Fuß unter den Stuhl meiner Mutter. Sie knurrte, fletschte die Zähne und schnappte. Es ist uns nie etwas passiert. Auch sie wurde sehr, sehr alt.


Pummi



Wauzi


Er war unser Jagdhund. Ein völlig verrückter Kerl, aber sehr lieb. Fixiert war er auf unseren Farmverwalter, Hubertus, der nach einigen Jahren die Farm verließ. Wauzi blieb bei uns, denn er gehörte ja uns. Er wurde mein Hund, war ständig bei mir und bewachte mich exzellent. Hubertus kam auf die Farm zurück. Wauzi hatte eine Eigenart: Er bekam jede Tür und jedes Fenster auf. Als Hubertus zum Einkaufen nach Omaruru fuhr, sperrte er ihn im Zwinger ein und vergaß, das Schloss zu verriegeln. Der Hund öffnete den Riegel, lief hinter dem Auto her und wurde überfahren...


Wauzi



Quagga


Quagga war Wauzis Nachfolger und ein ganz besonderer Hund, maßlos intelligent. Nach einigen Tagen auf der Farm konnte er bereits „Sitz“. Wollten wir ihn fangen, rannte er ständig weg, war irrsinnig schnell. Bis wir auf die Idee kamen und über den ganzen Hof „SITZ“ brüllten. Quagga setzte sich und blieb dort. Wir hatten ein leichtes Spiel. Hunde durften bei uns keine Pfoten auf den Schoß legen, geschweige denn auf den Schoß. Quagga war anders. Erst kam die eine Pfote – ein Blick: Hast du nicht gemerkt, oder? Die Zweite Pfote – ein Blick... – die dritte Pfote – hast du auch nicht gemerkt und schon war der große Hund auf dem Schoß. Haben wir natürlich auch nicht gemerkt. Er bekam leider im Alter Krebs und meine Mutter bekam seinen Sohn Kadett.


Quagga



Kadett


Als er zu meiner Mutter kam, war ich schon in Deutschland. Kadett hatte ein rasendes Temperament und wirkte auch im hohen Alter noch wie ein junger Hund. Er starb friedlich bei meiner Mutter an einem Herzinfarkt.


Kadett



Tasso


Er war der Traum meiner Mutter: eine dänische (deutsche) Dogge. Als wir ihn bekamen, war er bereits 6 Monate alt. Ich konnte dem Hund nichts abgewinnen, war allerdings auch nur selten auf der Farm, da ich bereits in Windhoek, 350 km entfernt, zur Schule ging. Eines Tages sprang Tasso durch die Einzäunung unseres Hofes und blieb im Draht hängen. Ich befreite ihn in einer dramatischen Aktion aus dieser Situation. Von dieser Stunde an, wich er mir nicht mehr von der Seite und wir waren ein Herz und eine Seele. Leider wurde er nur 8 Jahre alt und starb an einer Darmverschlingung, die bei so großen Hunden nicht selten ist.


Tasso



Kicki, unser Findelkind


In Namibia war es üblich, dass Straßenarbeiter keinen festen Wohnort hatten und in „Mobil-Homes“ wohnten. Sie hinterließen nach Abzug meist viele arme Haustiere. So tauchte in einer Pause auf dem Schulhof eine schwarze Zwergdackelhündin auf, mit der ich mich gleich anfreundete. Es war gebongt. Nach der Schule wollte ich sie mit ins Internat nehmen. Mein Lehrer wollte sie auch haben. Am Ende des Schultages liefen wir beide um die Wette .... Es war das erste Mal, dass dieser Lehrer und ich uns nicht einig waren. Ich schenkte meiner Mutter diesen Hund. Sie war „every bodies darling“ und durfte selbst bei meinem Vater auf den Schoß, den Stuhl, das Sofa. Ganz besonders nett war ihr schauspielerisches Talent. Trat man ihr versehentlich auf die Pfote, litt sie unendlich. Kam man nach Stunden an ihr Körbchen, guckte sie mitleidig an und sagte in einem bestimmten Tonfall:“Arme Kicki aua Pfote!“ fing sie herzzerreißend zu jaulen an. Kicki wurde sehr, sehr alt. Wir schätzen, dass sie gute 20 Jahre alt war, als sie in Frieden einschlief.


Kicki
Kicki



Putzi


Uralt und immer noch Kater lief uns Putzi zu. Er war ein Schläger, was man ihm ansah. Seine letzten Jahre verbrachte er in Frieden in unserem Garten.


Putzi



Unsere Pferde


Diese Gedanken gelten all unseren Pferden, die wir besaßen. Es waren viele, denn Reiten war die Leidenschaft der ganzen Familie. Mein Vater war in Namibia ein bekannter, sehr geschätzter Reiter und Reitlehrer, der die Kunst des Reitens beherrschte.


Lasso und Sternschnuppe


Zurück/Back