Analdrüsen/Analbeutel bei Katzen



Was sind Analbeuteldrüsen/Analbeutel bei Katzen?




Die Analbeuteldrüsen (Glandulae Sinus Paranales)
 
Die Analbeuteldrüsen sind zwei Organe, die rechts und links vom Anus (After) der Katze direkt unter der Haut liegen. Kleine Kanäle, die länger oder kürzer sein können, verbinden die Analbeuteldrüsen mit dem After. Die Analbeuteldrüsen bilden eine besondere Substanz, die als Sekret (Absonderung) mit spezifischem Geruch in den Speicherraum (ANALBEUTEL) ergossen wird. Analbeuteldrüsen kommen bei allen Carnivora vor.
 


Funktionen der Analbeuteldrüse
 
- Kommunikation mit anderen Tieren
- Markierung des Territoriums und Sexualpartnern
- gegenseitige Identifizierung der Individuen
- Gleitmittel für den Kot
- Abwehr von Feinden
 


Der Analbeutel (Sinus Paranalis)
 
Der Analbeutel befindet sich beidseitig seitlich unterhalb des Anus (After) unter dem äußeren Afterschließmuskel in dem sogenannten Drüsensammelraum. Bei einer normalen Hauskatze hat der Analbeutel eine Größe von ca. 6–8 mm. Bei Hunden ist er je nach Größe ca. 10–15 mm. Rasseunabhängig hat der Ausführungsgang eine Größe von ca. 1−2 mm und ist etwa 3 bis 5 mm lang.
 
Stellen wir uns eine Uhr vor, sitzen die Analbeutel ca. bei 4Uhr und 8Uhr.



In den Analbeutel geben die Analbeuteldrüsen ihr produziertes Sekret ab. Dieses Sekret vermischt sich mit abschilfernden Epithelzellen und wird durch bakterielle Flora zersetzt. Durch diesen Vorgang und die Verbindungen mit Trimethylamine (fischartiger Geruch, Ammoniak), Buttersäure (Fettsäuren), Propionsäure (Carbonsäure: stechenderer Geruch), Skatole (unangenehm intensiv riechende Indolverbindung) entsteht das stark riechende Sekret.
 


Mögliche Erkrankungen der Analbeutel
 
1. Verschluss/Verstopfung
2. Entzündung
3. Abszess
4. Neoplasien
5. Perianale Fisteln
 


1. Verschluss/Verstopfung der Analbeutel
 
Eine der häufigsten Erkrankungen ist die Verstopfung der Analbeutel. Der Ausführungsgang ist verschlossen und so entsteht häufig eine Stauung des Sekretes, welches nicht mehr abfließen kann. Die häufigsten Symptome sind Juckreiz und Belecken in der Aftergegend oder auch der Schwanzwurzel, Schlittenfahren (Rutschen auf dem Hinterteil) und Pressreiz wie zum Kotabsatz. Die Haut um den Anus ist meist unverändert.
 
Falls Sie solche Symptome bemerken, gehen Sie bitte umgehend zu Ihrem Tierarzt! Er wird die Analbeutel so sanft wie möglich ausdrücken bzw. entleeren und wenn nötig medikamentös weiter behandeln.
 


2. Analbeutelentzündung
 
Dringen Bakterien in den Analbeutel ein, kommt es zur Analbeutelentzündung. Analbeutel können nicht mehr ausreichend entleert werden und sind übervoll. Die Symptome sind wie bei der Analbeutelverstopfung beschrieben, allerdings sehr schmerzhaft und im akuten Stadium können Schwellungen und Rötungen auftreten, da das Sekret seine Konsistenz verändert und sehr oft blutig-eitrig und zäh sein kann.

 
Sollte Ihnen eine Schwellung/Rötung und die beschriebenen Symptome bei Ihrem Tier auffallen, gilt auch hier:
 
Sofort den Tierarzt aufsuchen! Er wird die Analbeutel so sanft wie möglich ausdrücken bzw. entleeren und den entzündeten Analbeutel durch Spülungen behandeln und wenn nötig medikamentös weiter behandeln.
 


3. Analbeutelabszess
 
Ein Analbeutelabszess ist ein abgekapselter Hohlraum der mit Eiter gefüllt ist. Der Abszess ist meist einseitig und sehr schmerzhaft, die Haut gerötet, geschwollen und angespannt - oft begleitet durch Hyperthermie (Überwärmung des Körpers/Fieber). In seltenen Fällen kann ein Abszess auch eine Fistel bilden; dabei tritt Eiter an die Körperoberfläche oder ins Rektum (Enddarm) aus.
 
Auch hier gilt, den Tierarzt bitte sofort zu konsultieren! Dieser wird wie oben beschrieben, die Analbeutel entleeren und wenn nötig den Abszess spalten und den Analbeutel spülen. Oft ist eine Behandlung mit Antibiotika nötig und eine mehrmalige Spülung mit antibiotischen und entzündungshemmenden Medikamenten.
 


4. Neoplasien der Analbeutel
 
Die Neoplasie ist ein bösartiges Adenokarzinom und ist meist einseitig (sehr selten beidseitig). Sehr oft haben Tiere Kotabsatzstörungen und werden wegen Umfangsvermehrung beim Tierarzt vorgestellt. Man kann bei dieser Umfangsvermehrung kein Sekret ausdrücken, die man aus diesem Grund als "Knötchen" bezeichnet. Gelegentlich ist der Tumor von Polyurie (erhöhte Urinausscheidung), Erbrechen, Durchfall und Muskelschwäche begleitet.
 
Diese durch eine Hyperkalzämie (erhöhter Calcium-Spiegel) Symptome die durch die Produktion Parathormon ähnlichen Hormon (Parathyroid-hormone-related-protein) durch die Tumorzellen verursacht werden kann so hochgradig sein, dass sich ein Nierenversagen entwickeln kann.
 
Das Beschwerdebild wird durch eine Hyperkalzämie (erhöhter Calcium-Spiegel) ausgelöst. Diese ist dadurch bedingt, dass die Tumorzellen ein dem Parathormon ähnliches Hormon produzieren (Parathyroid-hormone-related-protein = PTHrP), das eine ähnliche Funktion wie das Parathormon hat, das dafür Sorge trägt, dass im Blutplasma die Kalzium-Konzentration erhöht wird. Oft ist die Hyperkalzämie der erste Hinweis auf eine Tumorbildung.
 
Zur Diagnostik benötigt man umfangreiche Blutuntersuchungen, eine Probe zur zytologischen Untersuchung, eine Harnuntersuchung, verschiedene Röntgenaufnahmen und eine Enddarmuntersuchung (Rektaluntersuchung) , um mögliche Metastasen festzustellen. Eine schnelle chirurgische Entfernung ist angezeigt.
 


5. Perianale Fisteln
 
Kommen meist im Gewebe und der Haut um die Aftergegend vor. Bei fortgeschrittenen Fällen können auch die Analbeutel betroffen sein. Bei diesem Verlauf handelt es sich um ein chronisch progressives Geschehen. Eine medikamentöse Behandlung ist unbedingt durch den Tierarzt erforderlich! Bei immer wiederkehrenden Beschwerden kann es nötig sein, den Analbeutel chirurgisch zu entfernen. Risiko einer solchen Operation ist eine Inkontinenz.
 


Erkrankungsursachen
 
- zu weicher Kot
- schwer verdauliche Kohlenhydrate in der Nahrung
- zu viele pflanzliche Bestandteile in der Nahrung
- Futterumstellung
- Stress
- Hormonell
 


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© A.Erbslöh und M.Roll





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